Prolog: Die Gitarre mit der Maske

Die Gitarre da ist Corina, meine Neue. Falls sich jemand wundert, warum ich ihr einen Mund-Nase-Schutz übergezogen habe: Nun, Corina ist jung und ungestüm und will die Bühne rocken. Aber die Regierung hat’s verboten, wegen Corona! Damit sie nicht auf dumme Gedanken kommt und immer an die vom Virus ausgehende Gefahr erinnert wird, habe ich ihr die Maske verpasst. So ähnlich wie die Regierung uns…

Und natürlich als Symbol für den Lockdown, der zwar für die meisten von uns weitgehend aufgehoben wurde – aber Maskenpflicht und Abstandsregeln bedeuten ein faktisches Berufsverbot für unzählige Musiker, Schauspieler, Veranstaltungstechniker, Clubbetreiber und andere in der Unterhaltungsbranche Beschäftigte. Wie es zum Auftrittsverbot für Corina & Co kam und ob es gerechtfertigt ist, dieses weiter aufrecht zu erhalten – das soll in diesem kleinen Blog betrachtet werden.

Amerika, das Phantom der Demokratie

Über den Irankrieg, das Versagen der Gewaltenteilung und den Verrat an den eigenen Wählern – ein KI-Experiment

Es gibt eine Unterscheidung, die in der politischen Theorie selten sauber gezogen wird: den Unterschied zwischen dem formalen Vorhandensein demokratischer Institutionen und ihrem tatsächlichen Funktionieren. Die Vereinigten Staaten sind, in diesem Sinne, ein lehrreiches Beispiel — ein Land, das alle Attribute der Demokratie besitzt: Verfassung, Gewaltenteilung, freie Wahlen, unabhängige Gerichte. Und doch wurden einige der zentralsten dieser Mechanismen in den vergangenen Jahrzehnten systematisch ausgehöhlt. Der Angriff auf den Iran am 28. Februar 2026 [1], ohne Votum des Kongresses, ohne formale Kriegserklärung, ohne kohärente Rechtfertigung im Sinne des Völkerrechts, ist nicht der Beginn dieser Erosion. Er ist ihr bisher sichtbarster Ausdruck.

I. Die Verfassung und ihr selektiver Vollzug

Artikel I, Abschnitt 8 der US-Verfassung ist in diesem Punkt von einer Klarheit, die kaum Interpretationsspielraum lässt: Der Kongress hat das Recht, Krieg zu erklären — nicht der Präsident. Die Gründerväter haben diese Entscheidung bewusst beim kollektiven Volksvertretungsorgan verankert. Der Delegierte Roger Sherman formulierte es auf dem Verfassungskonvent 1787 präzise: Die Exekutive solle Krieg „abwehren, nicht beginnen können“ [2]. Pennsylvania-Delegierter James Wilson bestätigte das Leitprinzip: „Dieses System wird uns nicht übereilt in Kriege treiben; es ist darauf ausgelegt, uns davor zu schützen.“ [2]

Diese Bremse existiert auf dem Papier noch immer. In der Praxis ist sie seit Korea 1950 faktisch funktionslos: Kein US-Präsident hat seither eine formale Kriegserklärung beim Kongress eingeholt — wie der republikanische Abgeordnete Mike Lawler während der Debatte im März 2026 selbst einräumte: „Zum historischen Vergleich: Der Kongress hat seit dem Zweiten Weltkrieg keinen Krieg erklärt.“ [3] Stattdessen wurde die Klausel des Oberbefehlshabers aus Artikel II schrittweise zur Generalermächtigung ausgedehnt.

Die War Powers Resolution von 1973, verabschiedet nach Vietnam als Gegenmittel gegen diese Machtverschiebung, verpflichtet den Präsidenten zur Konsultation und setzt eine 60-Tage-Frist, nach der Operationen ohne Kongressgenehmigung enden müssen. Dass sie wirkungslos geblieben ist, liegt nicht daran, dass sie schlecht formuliert wäre. Es liegt daran, dass jede Exekutive ihre Anwendbarkeit auf den eigenen Fall bestritten hat — und dass die Judikative sich konsequent geweigert hat, den Streit inhaltlich zu entscheiden. Die sogenannte „political question doctrine“ ist in diesem Kontext nichts anderes als institutionelle Enthaltung: Gerichte erklären sich für Fragen der Kriegsführung schlicht für unzuständig.

Beim Irankrieg hat der Kongress zumindest symbolisch reagiert. Senator Tim Kaine, Mitantragsteller der Resolution im Senat, formulierte den Kern: „Die Verfassung besagt, wir sollen nicht ohne Abstimmung des Kongresses im Krieg sein. Das Leben unserer Soldaten steht auf dem Spiel.“ [4] Senator Chris Van Hollen sprach von einem „illegalen Regime-Change-Krieg“ [4]. Und doch: Der Senat lehnte die War Powers Resolution mit 53 zu 47 Stimmen ab [5], das Repräsentantenhaus mit 219 zu 212 [6] — mit wenigen parteiübergreifenden Ausnahmen, darunter der republikanische Senator Rand Paul und Abgeordneter Thomas Massie, der die Resolution miteingebracht hatte.

II. Checks and Balances als Folklore

Das Bild, das sich ergibt, ist das eines institutionellen Systems, in dem die Sicherungen formal noch vorhanden sind, aber nicht mehr schalten. Selbst wenn beide Kammern die Resolution verabschiedet hätten — Trump hätte sie vetiert. Und der Kongress hat in seiner Geschichte noch nie ein präsidiales Veto zu einer War Powers Resolution überstimmt [7]. Die Abstimmungen sind, wie Time Magazine festhält, „weitgehend symbolisch — ein Prüfstein dafür, ob genug Republikaner bereit waren, der Parteiführung zu trotzen“ [7].

Senator Kevin Cramer (R-N.D.) gab die republikanische Standarddeutung: Die Verfassung gebe dem Oberbefehlshaber „großen Spielraum und Macht bei kinetischen Aktionen“ [8]. Senator Bill Cassidy (R-La.) formulierte es noch direkter: „Man kann nicht halb schwanger sein. Wir sind drin.“ [8] Diese Haltung ist keine Neuheit der Trump-Ära, sondern die konsolidierte Mehrheitsmeinung des Kongresses — über Parteigrenzen und Jahrzehnte hinweg.

Was bleibt, wenn Kongress und Gerichte versagen, ist der politische Druck — die Öffentlichkeit, die Wähler. Doch auch hier greift ein bekannter Mechanismus: der „rally around the flag“-Effekt. NPR berichtete über frühe Risse in der MAGA-Basis: Eine Fraktion hielt den Angriff für unvereinbar mit „America First“, andere stützten den Präsidenten bedingungslos, wieder andere waren schlicht orientierungslos [9]. Die institutionelle Übersetzung dieser Ambivalenz in tatsächliches politisches Handeln blieb aus.

Hinzu kommt eine Dimension, die über das institutionelle Versagen hinausgeht. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am 13. März 2026 vor der Presse: „We will keep pushing, keep advancing — no quarter, no mercy for our enemies.“ [10] Rechtswissenschaftler und Militärjuristen reagierten alarmiert. Der pensionierte Militärjurist Lt. Col. Daniel Maurer veröffentlichte ein detailliertes Rechtsgutachten in Just Security, das Hegseth aufforderte, die Aussage zurückzunehmen: Sie könnte gegen Artikel 23(d) der Haager Landkriegsordnung und das US-amerikanische Kriegsverbrechensgesetz (18 U.S.C. § 2441) verstoßen [11]. Senator Mark Kelly (D-Ariz.), selbst ehemaliger Navy-Kapitän, formulierte es schlicht: „Das ist kein Angeberspruch — es bedeutet, keine Gefangenen zu nehmen und sie stattdessen zu töten. Das wäre ein illegaler Befehl.“ [10]

III. Das eigentliche Skandalon: Der Verrat am Wahlversprechen

Bis hierhin beschreibt das Bild eine Pathologie, die beide Parteien seit siebzig Jahren gemein haben. Was beim Irankrieg 2026 jedoch eine andere Qualität erreicht, ist die radikale Diskontinuität zwischen dem, wofür Trump und seine Bewegung standen, und dem, was nun vollzogen wird.

Donald Trump hat seine politische Karriere auf einer einzigen außenpolitischen Grundüberzeugung aufgebaut: Amerika soll keine Kriege anfangen. Auf seiner offiziellen Wahlkampfseite 2024 hieß es: „Trump war der einzige Präsident seit Generationen, der in seiner Amtszeit keinen Krieg begonnen hat.“ [12] Auf CPAC 2023 rief er: „Wir werden den tiefen Staat demolieren. Wir werden die Kriegstreiber aus unserer Regierung vertreiben — diese schrecklichen Kriegstreiber.“ [13] Diese Formulierung wurde, wie mehrere Medien dokumentieren, auf Hunderten Wahlkampfveranstaltungen wiederholt [14].

J.D. Vance baute seinen politischen Aufstieg maßgeblich auf dieser Haltung auf. In einem Meinungsartikel im Wall Street Journal vom 31. Januar 2023, dessen Echtheit von Snopes.com fact-gecheckt und bestätigt wurde [15], begründete er seine Unterstützung für Trump mit dem Satz: „In seinen vier Jahren im Amt hat er trotz enormem Druck aus seiner eigenen Partei und sogar aus Teilen seiner eigenen Regierung keinen Krieg begonnen.“ Der Untertitel des Artikels lautete: „He has my support in 2024 because I know he won’t recklessly send Americans to fight overseas.“ [15] Noch eine Woche vor der Wahl 2024 erklärte Vance öffentlich: „Unser Interesse ist ganz klar, nicht in einen Krieg mit dem Iran zu gehen. Das wäre eine enorme Ablenkung von Ressourcen.“ [18]

Pete Hegseth seinerseits erklärte im Dezember 2025 in seiner Grundsatzrede beim Reagan National Defense Forum: „The War Department will not be distracted by democracy-building interventionism, undefined wars, regime change, climate change, woke moralizing and feckless nation building.“ [16] PBS und The Hill dokumentierten die Rede ausführlich.

Nun, wenige Wochen nach Amtsantritt: Venezuela, Jemen, Nigeria, Syrien, Somalia — und Iran [9]. Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026 [6] und tötete den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei. Trump selbst räumte vor der Presse ein, dass amerikanische Soldaten sterben könnten: „Some people will die. When you go to war, some people will die.“ [7]

Die Reaktionen aus der eigenen Bewegung ließen nicht auf sich warten. Marjorie Taylor Greene, langjährige enge Trump-Verbündete, kritisierte den Präsidenten scharf für das Verlassen der „America First“-Außenpolitik und seiner Versprechen zu „no new wars“ [9]. Thomas Massie, Mit-Initiator der War Powers Resolution im Repräsentantenhaus, postete auf X: „This is not America First.“ [17] Vance selbst blieb auffällig schweigsam — Politico beschrieb ihn als „conspicuously quiet“ [18]. Trump gab schließlich selbst zu, er und Vance seien in dieser Frage „philosophically, a little bit different“ gewesen [18].

IV. Die Grenzen der Wahldemokratie

Hier berührt der Fall eine tiefere demokratietheoretische Frage, die weit über Trump und den Iran hinausgeht: Was ist eine Wahl wert, wenn das Gewählte keine Bindungswirkung entfaltet?

Die klassische liberaldemokratische Antwort lautet: Wahlen sind das Verfahren, durch das Regierungen Legitimation erwerben und Politiken Mandat erhalten. Das setzt voraus, dass zwischen Wahlversprechen und Regierungshandeln eine erkennbare Kontinuität besteht — nicht mechanisch, nicht wortgetreu, aber in der grundsätzlichen Richtung. Wo diese Kontinuität radikal fehlt, verwandelt sich die Wahl von einem Steuerungsinstrument in eine Legitimationsmaschine ohne Steuerungswirkung: Man wählt eine Bewegung, bekommt ihr Gegenteil — und die formale Legitimationskette bleibt dennoch intakt.

Das ist das eigentliche Problem, das der Irankrieg aufwirft. Nicht nur, dass die Checks and Balances versagt haben — das ist eine siebzigjährige Pathologie beider Parteien. Nicht nur, dass der Kongress zu schwach oder zu loyal war, um einzuschreiten. Sondern dass das demokratische Grundversprechen — Regierung ist an den Willen der Gewählten gebunden — in diesem Fall mit einer Drastik gebrochen wurde, die historisch außergewöhnlich ist. Wähler, die Trump gerade wegen seiner Anti-Interventionismus-Versprechen unterstützten, haben bekommen, was sie explizit ablehnten. Selbst innerhalb des Kongresses sieht Abgeordneter Jim Himes (D-CT) das politische Urteil kommen: „Das ist die Art von Ding, das immer wieder Präsidentschaften beendet hat.“ [14]

Die Rede vom „Failed State“ ist als analytische Kategorie überspitzt: Die USA funktionieren staatlich, erheben Steuern, gewährleisten öffentliche Ordnung. Aber als Beschreibung eines spezifischen institutionellen Defekts trifft sie etwas Reales. Ein System, in dem die Sicherungsmechanismen gegen exekutive Kriegsmacht kollektiv nicht greifen, in dem Wahlversprechen keine faktische Bindungskraft entfalten, in dem Legitimation und Steuerung dauerhaft entkoppelt sind — ein solches System hat einen fundamentalen demokratischen Schaden genommen. Nicht im Sinne eines vollständigen Zusammenbruchs. Aber im Sinne eines schleichenden Entzugs von dem, was Demokratie von anderen Herrschaftsformen unterscheidet: die Rückbindung der Macht an den Willen der Regierten.

Der Irankrieg ist insofern kein Ausnahmefall. Er ist eine Momentaufnahme einer längeren Entwicklung, deren Ende noch offen ist.

März 2026

Quellen und Belege

[1] CNN Politics, „How each House member voted on the Iran War Powers resolution“, CNN, 5. März 2026. https://www.cnn.com/2026/03/05/politics/house-vote-war-powers-iran-vis

[2] John Nichols, „This Is an Unnecessary, Unauthorized, and Unconstitutional War“, The Nation, März 2026. https://www.thenation.com/article/politics/iran-war-congress-war-powers-act/

[3] The Hill, „Lawler rips Massie war powers resolution on Iran“, The Hill, März 2026. https://thehill.com/homenews/house/5760786-lawler-rips-massie-war-powers/

[4] PBS NewsHour, „Members of Congress demand swift vote on war powers resolution after Trump orders Iran strike“, PBS/NPR, 2. März 2026. https://www.pbs.org/newshour/nation/members-of-congress-demand-swift-vote-on-war-powers-resolution-after-trump-orders-iran-strike-without-congressional-approval

[5] Washington Post, „Senate rejects resolution to force Trump to end Iran strikes“, The Washington Post, 4. März 2026. https://www.washingtonpost.com/politics/2026/03/04/senate-iran-war-powers-vote/

[6] Al Jazeera, „US House narrowly rejects resolution to end Trump’s Iran war“, Al Jazeera, 5. März 2026. https://www.aljazeera.com/news/2026/3/5/us-house-narrowly-rejects-resolution-to-end-trumps-iran-war

[7] Time Magazine, „House Rejects War Powers Resolution on Iran“, Time, 5. März 2026. https://time.com/7382790/house-rejects-war-powers-trump-iran-war/

[8] NPR, „House rejects measure to constrain Trump’s authorities in Iran“, NPR, 4. März 2026. https://www.npr.org/2026/03/04/nx-s1-5735867/war-powers-congress-iran

[9] NPR, „Trump promised the MAGA base no new wars. Then he went to war with Iran“, NPR, 3. März 2026. https://www.npr.org/2026/03/03/nx-s1-5732601/trump-maga-iran-war-israel

[10] Al Jazeera, „Analysts say US threat of no quarter for Iran violates international law“, Al Jazeera, 14. März 2026. https://www.aljazeera.com/news/2026/3/14/analysts-say-us-threat-of-no-quarter-for-iran-violates-international-law

[11] Daniel Maurer (Just Security), „Hypothetical Legal Advice to SecDef Hegseth on No Quarter Statement“, Just Security, 14. März 2026. https://www.justsecurity.org/133970/legal-advice-hegseth-no-quarter-hypo/

[12] Trump 2024 Wahlkampf, „Agenda47: President Trump Will Fire the Warmongers and Globalists“, donaldjtrump.com, 2024. https://www.donaldjtrump.com/news/c449de3b-6538-4f43-8943-92562cceafdd

[13] CPAC-Transkript, „Trump Speaks at CPAC 2023 Transcript“, Rev.com, 4. März 2023. https://www.rev.com/transcripts/trump-speaks-at-cpac-2023-transcript

[14] MS NOW / msnbc, „Trump’s past words on foreign wars show the risks he’s taking in Iran“, MS NOW, März 2026. https://www.ms.now/news/news-analysis/trump-iran-war-iraq-bush-vietnam-project-47-newsletter

[15] Snopes.com, „Fact Check: Vance once wrote op-ed claiming Trump’s best foreign policy was not starting any wars“, Snopes, März 2026. https://www.snopes.com/fact-check/vance-trump-foreign-policy-op-ed/

[16] PBS NewsHour, „Watch: Hegseth delivers keynote address at Reagan National Defense Forum“, PBS, 6. Dezember 2025. https://www.pbs.org/newshour/politics/watch-hegseth-delivers-keynote-address-at-reagan-national-defense-forum

[17] MS NOW / msnbc, „Trump promised to end regime change. Now he’s urging Iranians to topple their government.“, MS NOW, März 2026. https://www.ms.now/news/trump-iran-strikes-regime-change-vance-hegseth

[18] Time Magazine, „How Trump and Vance Differed on the Iran War“, Time, 19. März 2026. https://time.com/article/2026/03/10/how-trump-and-vance-differed-on-iran-war/


Dieser Text ist eine Experiment. Er ist vollständig KI-generiert (Claude AI, kostenlose Version Sonnet 4.6) anhand von nur zwei Eingaben (Prompts):

  • These (zugespitzt formuliert): Die USA sind ein failed state. Checks and balances haben versagt, als Trump den Iran angegriffen hat. Führe das weiter aus.
  • Mach das, am Ende soll ein kleines Essay rauskommen. Und bedenke: Freie Wahlen sind nichts wert, wenn man nur zwischen Pest und Cholera wählen kann. Und, aktuell bedeutender: Wenn der Gewählte das Gegenteil dessen tut, für das er und seine gesamte Bewegung vor der Wahl stand.
  • Eine Bitte habe ich noch: Belege Behauptungen, die du aufstellst – beispielsweise über einen “Rechtsverfassungsexperte David Janovsky” – anhand von überprüfbaren Quellen.
  • [Die KI gestand daraufhin, dass dieser und andere Namen frei erfunden waren – eine “Halluzination”, typisch für KI. Sie machte den Vorschlag, den Text anhand echter Quellen zu überarbeiten.] Oh, Mann, ja. Mach das, aber richtig.

Das Ergebnis ist der obige Text.

Kritische Analyse der Argumentation von Brosius-Gersdorf/Gersdorf zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht

I. Einleitung

Die von Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf und Prof. Dr. Hubertus Gersdorf Ende 2021 veröffentlichte Stellungnahme zur Verfassungsmäßigkeit einer allgemeinen Impfpflicht gegen COVID-19 spricht sich mit klarer Argumentation für die verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer solchen Pflicht aus. Die juristische Expertise des Autorenpaars ist dabei wenig umstritten. Die vorliegende kritische Analyse widmet sich jedoch der Frage, ob die Stellungnahme methodisch hinreichend differenziert, faktisch ausreichend fundiert und verfassungsdogmatisch konsistent argumentiert – insbesondere im Lichte der Grundrechte auf Leben, körperliche Unversehrtheit und Menschenwürde.


II. Fehlende Einbeziehung medizinisch-epidemiologischer Erkenntnislage

1. Keine Quellen zu Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Fremdschutz

Die Stellungnahme enthält keine Literatur- oder Quellenverweise zu medizinisch-epidemiologischen Grundlagen. Das ist methodisch problematisch, da zentrale Argumentationspfeiler – etwa zur Schutzwirkung, zur Pandemiekontrolle oder zur Zumutbarkeit der Impfung – auf Annahmen beruhen, nicht auf empirischer Evidenz.

Beispielsweise wird postuliert, dass die Impfung die Krankheitslast reduziert und vulnerable Gruppen schützt. Dabei wird nicht differenziert zwischen Selbst- und Fremdschutz, obwohl diese Unterscheidung verfassungsrechtlich entscheidend ist. Bereits im November 2021 war öffentlich bekannt, dass der Fremdschutz durch Impfung gegen SARS-CoV-2 nur begrenzt wirksam ist, insbesondere bei zirkulierenden Varianten wie Delta und Omikron¹.


2. Nebenwirkungen und PEI-Daten werden ignoriert

Im November 2021 lagen mehrere Sicherheitsberichte des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vor. Sie dokumentierten eine relevante Zahl an gemeldeten Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen, darunter auch schwerwiegende Ereignisse wie Myokarditiden, Sinusvenenthrombosen und neurologische Komplikationen.

Zum 30. November 2021 meldete das PEI insgesamt 244.576 Verdachtsfälle, davon 29.786 als schwerwiegend klassifiziert². Dies sind keine statistischen Kleinigkeiten, sondern potenziell verfassungsrechtlich relevante Eingriffsfolgen.

Dass diese im gesamten Gutachten nicht einmal erwähnt werden, ist ein methodisches Defizit. Eine Grundrechtsabwägung, die die Risiken einer Maßnahme völlig ausblendet, kann nicht als tragfähig gelten.


III. Widersprüchliche Argumentation zu Impfdurchbrüchen

Die Stellungnahme führt Impfdurchbrüche als Argument für eine Impfpflicht an. Dies ist argumentativ widersinnig: Wenn eine Impfung nicht zuverlässig vor Infektion schützt, kann daraus keine Verpflichtung zur Impfung abgeleitet werden – insbesondere dann nicht, wenn die Wirkung vor allem dem Geimpften selbst zugutekommt.

Juristisch bedeutet das: Fremdschutz entfällt als Rechtfertigungsgrund, Selbstschutz aber genügt nicht für einen staatlich angeordneten körperlichen Eingriff.

Diese argumentative Schwäche wird in einem Artikel der Juristin Jessica Hamed anlässlich des BVerfG-Urteils zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht treffend kritisiert:

„Die Impfpflicht basiert auf dem Mythos eines relevanten Fremdschutzes“³.

Ein Eingriff in Art. 2 Abs. 2 GG (körperliche Unversehrtheit) darf nicht mit einem medizinisch fraglichen Nutzen für Dritte begründet werden.


IV. Das Luftsicherheitsurteil als verfassungsrechtliche Schranke

Besonders gewichtig ist das Fehlen eines Bezugs auf das Luftsicherheitsurteil des BVerfG von 2006⁴. Dort erklärte das Gericht:

„Der Staat darf Menschen nicht zum bloßen Objekt staatlichen Handelns machen.“

Ein Abschuss eines von Terroristen entführten Flugzeugs mit Unschuldigen an Bord sei unzulässig – auch zur Rettung vieler. Die Grundrechte auf Leben und Menschenwürde sind nicht disponibel.

Überträgt man diese Maßstäbe, bedeutet das: Der Staat darf Einzelne nicht zwangsweise medizinisch behandeln, um andere zu schützen – zumindest nicht ohne belegbare, hochwirksame Schutzwirkung und ohne vertretbare Risiken. Beides war bei der COVID-19-Impfung im Jahr 2021 nicht hinreichend gesichert.

Die Stellungnahme umgeht dieses fundamentale verfassungsrechtliche Argument – ein gravierendes Versäumnis.


V. Fehlende Auseinandersetzung mit Alternativen

Das Gebot der Verhältnismäßigkeit verlangt, dass der Gesetzgeber das mildeste Mittel zur Erreichung seines Ziels wählt. Die Stellungnahme prüft aber keine Alternativen zur Impfpflicht:

  • etwa freiwillige Impfkampagnen,
  • Teststrategien,
  • lokale Schutzmaßnahmen,
  • oder gezielte Aufklärung vulnerabler Gruppen.

Stattdessen wird die Impfpflicht implizit als notwendiges Mittel dargestellt – ohne empirische oder rechtliche Abwägung. Auch das ist verfassungsrechtlich nicht haltbar.


VI. Fazit

Die Stellungnahme von Brosius-Gersdorf und Gersdorf ist juristisch wohlstrukturiert, aber methodisch einseitig und in wesentlichen Punkten unvollständig:

  • Sie ignoriert medizinische Unsicherheiten und Nebenwirkungen,
  • verkennt die juristische Relevanz des Luftsicherheitsurteils,
  • konstruiert widersprüchliche Begründungen für staatlichen Zwang,
  • und versäumt die Auseinandersetzung mit verhältnismäßigen Alternativen.

Eine solche Argumentation kann keine tragfähige Grundlage für einen verfassungsgemäßen Eingriff in die körperliche Selbstbestimmung darstellen. Sie unterschätzt den Schutzbereich von Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 2 GG – und verfehlt damit die Tiefe, die eine juristische Stellungnahme in einer so sensiblen Frage leisten muss.


Fußnoten

  1. Robert Koch-Institut: „Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung“, Stand 25.11.2021, https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html
  2. PEI-Sicherheitsbericht COVID-19-Impfstoffe, Stand: 30.11.2021, https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/sicherheitsberichte/sicherheitsberichte-inhalt.html
  3. Jessica Hamed, Cicero: „Wie sich das Bundesverfassungsgericht mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht verrannt hat“, 2022, https://www.cicero.de/innenpolitik/urteil-zur-einrichtungsbezogenen-impfpflicht-bundesverfassungsgericht
  4. BVerfG, 1 BvR 357/05, Luftsicherheitsgesetz – Urteil vom 15. Februar 2006, https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2006/02/rs20060215_1bvr035705.html

Statistik-Update Januar 2023

Vor fast genau drei Jahren wurde der erste deutsche Corona-Fall bekannt. Ein Mitarbeiter der Firma Webasto hatte sich bei einer aus China angereisten Kollegin angesteckt; er hatte eine leichte Erkältung, die nach ein paar Tagen vorbei war. Die „Pandemie“ begann mit einer Art grippalem Infekt und für die allermeisten von uns war sie das immer, unabhängig davon, was die Wissenschaftler, Politiker und Journalisten in sie hineindeuteten. Jetzt ist die sogenannte „Pandemie“ vorbei und das Statistische Bundesamt hat die vollständigen Zahlen seiner Corona-Sonderauswertung bis Ende 2022 veröffentlicht. Zeit, Bilanz zu ziehen. Der Schwerpunkt liegt dabei für mich auf der Frage: War meine Anfang 2021 getroffene Entscheidung gegen die Impfung aus Sicht der Statistik richtig?

Zunächst die Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts, Stand 16.01.2023. Man sieht als rote Linie die zweite Hälfte des Jahres 2022, oben die Zahl der insgesamt pro Woche Verstorbenen, unten der Anteil derjenigen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden (an/mit Covid-19).

Bild 1

Aussagekräftiger finde ich die Darstellung der Einzeljahre, ebenfalls von der Homepage des Statistischen Bundesamtes:

Bild 2

Oben wieder die Zahl der insgesamt pro Woche Verstorbenen, unten der Anteil der positiv Getesteten.

Ein paar Dinge fallen auf:

  1. Ende 2022 (oben rot gestrichelt) starben so viele Menschen wie noch nie.
  2. „Corona“ (unten rot) hatte daran fast keinen Anteil.
  3. In 2020 (dunkelblau) war das anders: Die Sterbefälle, die gegen Jahresende über das Normalmaß (2017 bis 2019) hinausgingen, ließen sich nahezu vollständig auf an/mit „Corona“ zurückführen. In eingeschränktem Ausmaß gilt das auch für 2021 (rötlich-braun).

Fragen, die sich daraus ergeben:

  1. Wen (welche Altersgruppen) betraf die seit dem Sommer ungewöhnlich hohe Sterblichkeit in 2022?
  2. Wen (welche Altersgruppen) betraf die erhöhte Sterblichkeit im Winter 2020/2021?
  3. Seit 2021 wird gegen Covid-19 geimpft. War die Impfung hilfreich oder eher nicht?

Einer Antwort können wir uns annähern, indem wir die vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellten, nach Altersgruppen unterteilten Daten genauer betrachten.

Hier meine eigene Darstellung der Daten, die inhaltlich exakt der des obigen Bildes entspricht (ohne die Covid-Datenreihen):

Bild 3

Die Farbcodes der einzelnen Jahre sind hier und in den weiteren Darstellungen immer wie folgt:

Man sieht wieder deutlich die Überhöhung in Woche 10 des Grippejahrs 2018 (grün) sowie die starken Anstiege am Jahresende in den drei Corona-Jahren 2020 bis 2022 (blau, rot, lila).

Die nun folgende Darstellung zeigt das Gleiche, allerdings unterteilt in zwei Altersgruppen:

Bild 4

Wie bereits aus den früher in diesem Blog gezeigten Statistiken bekannt, gibt es signifikante saisonale Veränderungen der Sterblichkeit nur in der Alterskohorte über 60 Jahre. Das wissend, und wenn man zudem davon ausgehen muss, dass in einer alternden Gesellschaft diese Gruppe immer größer wird, ergibt sich ein Problem für die Vergleichbarkeit der einzelnen Jahre. Dem kann man entgegenwirken, indem man die Daten jedes Jahres auf einen Bezugspunkt „normalisiert“. Ich mache das wie folgt: Für jede Altersgruppe sind die Bevölkerungszahlen am Stichtag 31.12. bekannt, die Zahlen gibt es beim Statistischen Bundesamt. Ich bilde als Referenzwert für jede Alterskohorte den Durchschnitt der Bevölkerungszahl aus den Vor-Corona-Jahren 2016 bis 2019 an diesem Stichtag und beziehe die Folgejahre darauf. Wenn also z.B in 2021 die Zahl der 70- bis 80-Jährigen um 10 % höher ist als der Referenzwert, dann werden die Sterbezahlen dieser Kohorte um 10 % verkleinert. Durch diese sogenannte „Altersstandardisierung“ (für die es auch andere Verfahren gibt, auf die ich hier nicht eingehe) wird ein (einigermaßen) sauberer Vergleich zwischen den Jahren mit und ohne Corona möglich.

In der folgenden Darstellung wird das deutlich. Die Kurven der einzelnen Jahren sind nach Altersstandardisierung gegenüber der vorherigen Darstellung etwas zusammengerückt:

Bild 5

Insbesondere erscheint das Jahr 2022 jetzt etwas weniger dramatisch, aber trotzdem ist eine erhöhte Sterblichkeit ab der Jahresmitte deutlich erkennbar.

Im Folgenden schauen wir uns die Altersgruppe unter 60 Jahre etwas genauer an; wir zoomen also in die im obigen Bild scheinbar flache untere Linienschar hinein. Das nachstehende Bild zeigt hierfür das Grippejahr 2018 (grün) im Vergleich mit dem ersten Coronajahr 2020 (blau) und einer Bezugsline, die den Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 darstellt.

Bild 6

Blau (Coronajahr 2020) liegt fast immer unter Grün (2018) bzw. Schwarz (Durchschnitt für „normale“ Grippejahre). Als jemand, der nie eine Grippeimpfung gebraucht hat, war für mich Ende 2020 daher klar, dass ich auf die Impfung mit den neuartigen Wirkstoffen dankend verzichten würde. Wozu das Risiko unbekannter Nebenwirkungen eingehen, wenn Covid – das zeigt das Bild eindeutig – nicht tödlicher ist als die Infektionen der Vorjahre?

Das Bild ändert sich kaum, wenn man nur (meine) Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen betrachtet:

Bild 7

Hier die drei Coronajahre plus Mittelwert der Vorjahre. Blau (2020) liegt fast immer am niedrigsten – viel scheint die ab 2021 (rot) gestartete Impfkampagne also nicht gebracht zu haben:

Bild 8

Wir wiederholen die vorherige Übung, jetzt für die über 60-Jährigen; das Grippejahr 2018 (grün) im Vergleich mit dem ersten Coronajahr 2020 (blau) und einer Bezugsline, die den Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 darstellt. Zu beachten ist im Folgenden die um mehr als eine Größenordnung (Faktor 10 bis 15) veränderte Skalierung der X-Achse im Vergleich zu den vorherigen Bildern:

Bild 9

In dieser – wie zuvor beschrieben altersstandardisierten Darstellung – entspricht die Sterblichkeit der Älteren im Coronajahr 2020 übers Jahr gesehen (mathematisch gesehen entspricht das der Fläche unter den jeweiligen Kurven) ziemlich genau der des Grippejahres 2018.

Hier nun die drei Coronajahre im Vergleich:

Bild 10

In der nachfolgenden Darstellung beschränken wir uns auf das erste (2020, blau) und letzte (2022, lila) Jahr der Pandemie:

Bild 11

Sehr deutlich sieht man hier, dass die – nach wie vor altersstandardisierte – Sterblichkeit in 2022 über der des ersten Pandemiejahres (ohne Impfung) liegt. Interessanterweise gab es dazu keinen einzigen ARD-Brennpunkt oder ein ZDF Spezial.

Noch ist unklar, was die Ursache für die erhöhte Sterblichkeit in 2022 ist:

  • „Corona“ ist es nicht, siehe oben Bild 1 bzw. Bild 2.
  • Ein „Comeback“ anderer Erreger (Influenza, RSV etc.) erscheint wahrscheinlich.
  • Möglicherweise spielen verschobene Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen, die während der Corona-Jahre nicht durchgeführt werden konnten oder aus Angst vor Infektion nicht durchgeführt wurden, eine Rolle.
  • Der warme Sommer mag einen Beitrag geleistet haben in der Jahresmitte.
  • Zudem häufen sich aktuell Hinweise auf Folgeschäden der Impfung.

Fazit:

Unverständlich bleibt, warum die neuartige und unerprobte RNA- und Vektor-Impfung für die gesamte Bevölkerung einschließlich der Jugendlichen vehement propagiert wurde, obwohl an dem vergleichsweise flachen, sich kaum von den Vorjahren unterscheidendem Verlauf der Linien „Bis 60 Jahre“ deutlich erkennbar ist, dass für diese Altersgruppe nie eine statistisch relevante tödliche Gefahr bestanden hat. Eine Impfung als Vorbeugemaßnahme ist nur dann angezeigt, wenn der Nutzen die Risiken deutlich übersteigt. Wenn man die Risiken einer völlig neuartigen Impfung nicht kennt – und das war bei den COVID-Wirkstoffen auf Vektor- und RNA-Basis der Fall -, dann gebietet die Vorsicht, dass man Gruppen, die nicht schwer erkranken, dem Risiko der Impfung nicht aussetzt.

Diese Grundregel wurde von den verantwortlichen Stellen (EMA, PEI, RKI, STIKO) missachtet mit Folgen, die nach und nach der Öffentlichkeit bekannt werden, trotz des auffälligen Desinteresses der Medien angesichts einer Übersterblichkeit, die im zweiten Jahr der neuartigen Impfstoffe so hoch ist wie nie in den letzten zwei Jahrzehnten.

Karlsruhe liegt auf einem anderen Planeten

Jeder kennt mindestens eine Person, die trotz Impfung “Corona” hatte. Viele davon mit den typischen Erkältungssymptomen, die das Virus nutzt, um sich via Aerosol und Tröpfchen zu verbreiten: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen. Ergo: Die Impfung schützt weder vor Infektion, noch vor Verbreitung.

Das, was jeder im Bekanntenkreis oder am eigenen Leib erfahren hat, spiegelt sich jetzt auch wieder in den Daten des RKI (1):

Das Bild zeigt den Infektionsverlauf anhand der zuletzt vom RKI veröffentlichten Daten in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre. Es gab in den Wochen 12 bis 15 keinen Unterschied mehr in der Inzidenz von Geimpften und Ungeimpften. “Geboosterte” waren sogar noch ein bisschen öfter krank. Neuere veröffentlichte Daten vom RKI gibt es nicht – man kann darüber spekulieren, warum. Die Zahlen aus anderen Ländern ergeben ein ähnliches Bild.

Also: Die Impfung schützt nicht vor Infektion und Übertragung. Jeder weiß das.

Wirklich jeder? Die Karlsruher obersten Richter offenbar nicht. Sie begründen ihren Beschluss zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht mit dem angeblichen Fremdschutz durch Impfung. Karlsruhe muss wohl auf einem anderen Planeten liegen – mit dem Geschehen auf der Erde hat der Beschluss nichts zu tun.

Ein umfassender Kommentar zum skandalösen Beschluss des BVerfG findet sich hier: https://www.cicero.de/innenpolitik/urteil-zur-einrichtungsbezogenen-impfpflicht-bundesverfassungsgericht


(1) Datenquelle: RKI, Stand 28.04.2022

Die Tyrannei der Unwissenden, Teil 3: Rechnen wie das RKI

In Teil 2 wurden wir von der DIVI an das RKI verwiesen und freundlicherweise wurde uns der RKI-Wochenbericht vom 2. Dezember gleich mitgeliefert. Schauen wir uns also mal an, was sich daraus bezüglich des Impfstatus der hierzulande an Covid-19 Erkrankten ergibt:

Zu den Zahlen gibt es noch diese Info:

Den letzten Satz überliest man leicht, aber er ist wichtig, denn er weist darauf hin, dass es auch hier eine Dunkelziffer gibt von Fällen, deren Impfstatus nicht bekannt ist. Wenn diese Dunkelziffer wie im Beispiel zuvor in etwa der Zahl der Fälle mit bekanntem Impfstatus entspricht, dann sind diese Zahlen genauso unbrauchbar wie Söders Inzidenzen. Leider ist die Dunkelziffer in der Tabelle zu den Impfdurchbrüchen nicht angegeben – warum wohl…?

Ein Hinweis auf die Dunkelziffer findet sich auf Seite 15 des Lageberichts:

Demnach waren Anfang Dezember 4690 Personen auf Intensivstationen.

Wenn man die entsprechenden Werte der Altersgruppen in Tabelle 3 zusammenrechnet, kommt man auf bescheidene 1721 Intensivpatienten, also eine sehr große Differenz zur oben angeführten Zahl von 4690 Patienten. Allerdings bezieht sich Tabelle 3 auf den Zeitraum 1.11. bis 28.11. und nicht auf den Wert von Anfang Dezember. Nimmt man einen gleichmäßigen Anstieg im Verlauf des November an, müssten zur Mitte des genannten Vierwochenzeitraums etwa 3250 Patienten auf Intensivstationen gelegen haben. Das ist fast doppelt so viel wie die nach Alter und Impfstatus aufgeschlüsselte Summe von 1721 Intensivpatienten. Das RKI hat also das gleiche Problem wie Söder und sein LGL: Die Zahlen sind aufgrund der hohen Dunkelziffer wenig bis gar nicht aussagefähig. Darauf müsste das RKI explizit hinweisen, anstatt die Dunkelziffer im Kapitel über die Impfdurchbrüche einfach zu unterschlagen.

Begründung: Warum sind die RKI-Zahlen wenig aussagekräftig?

Wenn wir wie vorher vorgehen und die Dunkelziffer einbeziehen, kommen wir auf folgende Werte für die Intensivpatienten:

Geimpft + ungeimpft: 4 + 598 + 1119 = 1721 Patienten
Vollständig geimpft: 94 + 498 = 592 Patienten
=> Nicht geimpft: 1721-592 = 1129 Patienten

Gesamt: Ca. 3250 Patienten
=> Impfstatus unbekannt: 3250 – 1721 = 1529 Patienten

Um die Schwankungsbreite der Impfdurchbrüche bei Berücksichtigung der Dunkelziffer zu berechnen, wenden wir zunächst die “Methode Söder” an: Die Dunkelziffer wird den Ungeimpften zugeschlagen.

(1129 + 1529) / 3250 = 81,8 ungeimpfte Patienten
592 / 3250 = 18,2 % geimpfte Patienten

Was passiert, wenn man die Unbekannten stattdessen den Geimpften zurechnet? Die Mehrzahl der Deutschen ist geimpft, also ist diese Version eigentlich die naheliegendere:

1129 / 3250 = 34,7 ungeimpfte Patienten
(592 + 1529) / 3250 = 65,3 geimpfte Patienten

Für die Impfdurchbrüche ergibt sich so eine Schwankungsbreite zwischen 18,2 und 65,3 Prozent. Letzteres entspricht beinahe der Zahl der Geimpften in der Gesamtbevölkerung!

Immerhin geht das RKI nicht (mehr) nach der “Methode Söder” hin und rechnet die Unbekannten einfach zu den Ungeimpften dazu. Das war offenbar nicht immer so:

https://correctiv.org/faktencheck/2021/11/19/das-rki-stufte-menschen-mit-unbekanntem-impfstatus-als-ungeimpft-ein-das-hat-schaetzung-zur-impfeffektivitaet-leicht-beeinflusst/

Auf Basis der Impfdurchbrüche kann man die Wirksamkeit der Impfung berechnen, wenn man die Impfquote kennt. Logischerweise ist die Wirksamkeit Null, wenn die Impfquote gleich der Quote der Impfdurchbrüche ist.

Das RKI verwendet dafür die Farrington-Formel:

Mit…
VE = Impfeffektivität
PCV = Anteil der Geimpften an den (schwer) Erkrankten (Impfdurchbrüche)
PPV = Anteil der Geimpften an der untersuchten Grundgesamtheit (Impfquote)

…lautet die Formel:

VE = 1 – PCV/(1- PCV) * (1-PPV)/PPV

Es ist klar, dass aufgrund der hohen Schwankungsbreite bei den Impfdurchbrüchen – je nachdem, welcher Seite man die Dunkelziffer zurechnet –  auch für die Wirksamkeit nur Blödsinn rauskommen kann. Spaßeshalber mache ich die Rechnung trotzdem, ausgehend von einer Impfquote von 67 % (gemäß dem Stand im Betrachtungszeitraum, also Mitte November).

VE = Impfeffektivität
PCV = 18,2 %
PPV = 67 %

VE = 1 – 0,182/(1- 0,182) * (1-0,67)/0,67 = 1- 0,182/0,818 * 0,33/0,67 = 1 – 0,222 * 0,493

= 1- 0,109 = 0,891 = 89 %

Jetzt das andere Extrem:

PCV = 65,3 %
PPV = 67 %

VE = 1 – 0,653/(1- 0,653) * (1-0,67)/0,67 = 1- 0,653/0,347 * 0,33/0,67 = 1 – 1,882 * 0,493

= 1- 0,928 = 0,072 = 7 %

Wie gesagt, diese Rechnung ist Blödsinn, Ein Ergebnis, das zwischen 7 % und 89 % schwankt, ist gleichbedeutend mit gar keinem Ergebnis.

Das RKI macht diese Rechnung trotzdem, indem es die Dunkelziffer einfach unterschlägt. Man kommt so auf recht ordentliche Ergebnisse mit einer Impfwirkung bezüglich schwerster Erkrankung von weit über 80 Prozent:

Da die Patienten mit unbekanntem Impfstatus aber nicht weg sind, sondern entweder geimpft oder ungeimpft, also zu gewissen Teilen der einen und der anderen Gruppe zugerechnet werden müssen, und vor allem, weil sie so viele sind, ist diese Unterschlagung eine recht willkürliche Beeinflussung des Ergebnisses. Das RKI müsste das erwähnen und den Bereich der Unsicherheit seiner Berechnung mit angeben. Es tut dies aber nicht – ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Ein halbwegs plausibler alternativer Ansatz anstelle der Unterschlagung der Dunkelziffer wäre, wenn man die 1529 Patienten mit unbekanntem Impfstatus entsprechend der bundesweiten Impfquote von etwa 67 % aufteilt, also 0,67 * 1529 = 1024 Personen den Geimpften zurechnet und entsprechend 505 den Ungeimpften.

(1129 + 505) / 3250 = 50,3 % ungeimpfte Patienten
(592 + 1024) / 3250 = 49,7 % geimpfte Patienten

Für die Wirksamkeit ergibt sich damit:

VE = Impfeffektivität;
PCV = 49,7 %
PPV = 67 %

VE = 1 – 0,497/(1- 0,497) * (1-0,67)/0,67 = 1- 0,497/0,503 * 0,33/0,67 = 1 – 0,988 * 0,493

= 1- 0,487 = 0,513 = 51 %

51 % Impfwirksamkeit, jede zweite Impfung wäre demnach ein Versager. Das passt immerhin zur aktuell im Vergleich zum Vorjahr ähnlich hohen Intensivbelegung. Mit einer “Pandemie der Ungeimpften” lässt sich diese nämlich nicht erklären, wenn in der Hauptrisikogruppe der über Sechzigjähtigen nur ein Bruchteil von etwa 15 % nicht geimpft ist.

Fazit: Auch bei den RKI-Zahlen zum Impfstatus ist die Dunkelziffer so hoch, dass sich daraus keine seriösen Aussagen ableiten lassen. Insbesondere lässt sich damit keine Impfeffektivität berechnen, wenn deren Schwankungsbreite zwischen 7 und 89 Prozent liegt.

Die mit einer solchen Wirksamkeit begründete berufsbezogene Impfpflicht ist Ausdruck und Folge einer “Tyrannei der Unwissenden”.


Anmerkung: Die Farrington-Formel und die Abschätzung der 3250 habe ich von hier: https://norberthaering.de/news/rki-farrington/

Nachtrag 21.12.2021: Einer, der sich mit Statistik auskennt, zieht ein ähnliches Fazit:

Es ist gezeigt worden, dass die Datenlage mangelhaft ist sowohl hinsichtlich der Qualität als auch der Quantität, dass die Impfquote unsicher ist und von der Methode der Berechnung systematisch überschätzt wird und dass wichtige Größen völlig unbekannt sind und nicht in die Berechnung eingehen. Die Berechnungen sind nicht falsch, aber sie enthalten so viele Unsicherheiten, dass man diese Kennzahlen nicht als verlässliche Basis für weitreichende politische Entscheidungen ansehen kann.

https://politicaldatascience.blogspot.com/2021/12/deep-dive-impfeffektivitat-eine.html?m=1

Die Tyrannei der Unwissenden, Teil 2: Rechnen wie die DIVI

Der Fall ist schnell erledigt: Die DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) rechnet nämlich gar nicht. Sie hat keine Daten, um irgendetwas auszurechnen, wie ihr Präsident kürzlich bei einer Befragung im Bundestag bekannte:

Auf schriftliche Nachfrage bei der DIVI betreffs dieses doch recht erstaunlichen Sachverhalts – es gibt keine Daten, woher weiß man dann, dass die Intensivstationen angeblicht überwiegend mit Ungeimpften belegt sind? – lautete die Antwort wie folgt:

Was die Frage betrifft, wieviele der Patienten ungeimpft sind, muss ich Ihnen mitteilen, dass wir den Impfstatus NOCH nicht im DIVI-Intensivregister abfragen, aber derzeit an der technischen Umsetzung arbeiten. Wir rechnen in den kommenden Wochen mit ersten Zahlen. Im Moment werden Daten zu ungeimpften und geimpften Intensivpatienten allerdings beim RKI über die IfSG-Meldedaten erfasst und können dort im „Wochenbericht“ gefunden werden, der immer donnerstags veröffentlicht wird. Den aktuellen Bericht von Donnerstag letzter Woche habe ich Ihnen einmal angehängt. Zahlen finden Sie unter dem Punkt „Impfen“. Daten hierzu sind also durchaus bekannt – nur eben noch nicht bei uns direkt von den Intensivstationen und eben nicht tagesaktuell.

Herzlich Grüße – und auch Ihnen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit!

[Name entfernt], Mitarbeiter der Pressestelle

medXmedia Consulting KG

[Tel.-Nr. und E-Mail entfernt]

im Auftrag der

Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V.

Schumannstraße 2

10117 Berlin

Die DIVI – bzw. die von ihr beauftragte Consulting-Firma (!) – verweist auf das RKI, eigene Daten hat sie offenbar wirklich nicht. Aber Besserung wurde gelobt, und heute war in der Ausgabe der “WELT” zu lesen, dass erste Daten der DIVI zum Impfstatus der Hospitalisierten in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen sollen.

Dabei wird viel davon abhängen, wie transparent die Zuordnung zu Geimpften und Ungeimpften gehandhabt wird. Gelten beispielsweise im Februar 2021 geimpfte Personen inzwischen als ungeimpft? Vermutlich ist das so, wenn der Impfstatus so ermittelt wird, wie der Chef des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis das dem NDR gegenüber beschrieben hat:

Wir bestimmen bei allen PatientInnen, die auf die Intensivstation kommen, die Antikörper, um auch zu wissen, ob vorher eine Impfung erfolgt ist oder nicht und wie der Antikörper-Status ist.”

Quelle: Podcast “Coronavirus Update” https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript340.pdf

Bei einem Achtzigjährigen, der mit einer schweren Lungenentzündung und positivem PCR-Test auf der Intensivstation eintrifft, dürfte der Antikörperspiegel nicht allzu hoch sein, auch wenn er vor knapp einem Jahr geimpft wurde. Gilt er dann als ungeimpft?

Solche Fragen gilt es zweifelsfrei zu klären.

Die Tyrannei der Unwissenden, Teil 1: Rechnen wie Söder

Bayerns Ministerpräsident ging kürzlich damit hausieren, dass die Ungeimpften 90 Prozent des Infektionsgeschehens ausmachen würden. Man kennt ähnliche Aussagen auch von Politikern aus anderen Bundesländern, z.B. dem Saarland, Sachsen oder Hamburg.

Ein Journalist hat dann mal nachgefragt bei unserem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelrecht, einer Art bayerisches RKI. Zitat aus der Antwort, die er bekommen hat: „Mit Datenstand 24.11.2021, 8 Uhr wurden für die vorhergehenden 7 Tage 72.141 Fälle mit Impfstatus ‚nicht geimpft‘ bzw. ‚unbekannt‘ übermittelt. Davon war bei 57.489 Fällen der Impfstatus ‚unbekannt‘. Mit Datenstand 24.11.2021, 8 Uhr, wurden für die vorhergehenden 7 Tage 9.641 Fälle mit vollständigem Impfschutz gemeldet.“

Quelle:
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus235499614/Corona-Kennzahlen-Empoerung-ueber-unbrauchbare-Inzidenz-Erhebung.html?

Also:
Vollständig geimpft: 9641 Fälle
Nicht geimpft + unbekannt: 72141 Fälle

Unbekannt: 57489 Fälle
=> Nicht geimpft: 72141 – 57489 = 14652 Fälle
Vollständig geimpft + nicht geimpft: 9641 + 14652 = 24293 Fälle

Gesamt: 81782 Fälle

Bei 24293 Fällen ist der Impfstatus bekannt. Die unbekannte Dunkelziffer ist mit 57489 Fällen mehr als doppelt so hoch! Söder und das LGL haben, offenbar politisch motiviert, die Unbekannten einfach den Ungeimpften zugerechnet:

9641 / 81782 = 11,8 % infizierte Geimpfte
72141 / 81782 = 88,2 % infizierte “Ungeimpfte”

Da ist sie, die Pandemie der Ungeimpften!

Drehen wir den Spieß einfach mal um und rechnen die Unbekannten den Geimpften zu. Die Mehrzahl der Bayern ist geimpft, also ist diese Version eigentlich die naheliegendere:

Geimpft + unbekannt: 9641 + 57489 = 67130 Fälle.

67130 / 81782 = 82,1 % infizierte “Geimpfte”
14652 / 81782 = 17,9 % infizierte Ungeimpfte

Und schon haben wir eine Pandemie der Geimpften.

Das kleine Beispiel zeigt, wie blödsinnig es ist, mit Werten, die mit einer so hohen Dunkelziffer behaftet sind, irgend etwas aussagen zu wollen. Nur Mathe-Schwänzer oder skrupellose Populisten wie der Söder tun so etwas.

Die Tyrannei der Unwissenden: Vorbemerkung

Seit fast zwei Jahren haben wir nun “Corona” und genauso lange schon trifft die Politik weitreichende Entscheidungen, die immer wieder mit Zahlen begründet werden: Die Zahl der “Infizierten” (womit, wenn man es genau nimmt, die Zahl positiver PCR-Tests gemeint ist) oder daraus abgeleitete Werte wie die Verdopplungsdauer (war ganz am Anfang der Pandemie ein Thema), der R-Wert oder die inzwischen fast ausschließlich maßgebliche 7-Tage-Inzidenz. Oft ist dabei von “exponentiellem Wachstum” die Rede und nur selten davon, dass alle diese Zahlen mit Unsicherheiten behaftet sind, die sich beispielsweise aus Anzahl und Auswahl der getesteten Personen ergeben. Wer wird getestet und wenn ja, wie viele? Sind es Personen mit Erkältungssymptomen oder Reiserückkehrer, sind die Probanten geimpft oder nicht? Für die Aussagekraft der Testergebnisse sind diese Unterscheidungen wichtig, und trotzdem sind sie kaum je ein Thema.

Einer, der die hierzulande mangelhafte Datenlage in Sachen Corona-Pandemie regelmäßig kritisiert – und damit auch die Verantwortlichen, beispielsweise beim RKI – ist der Medizinstatistiker Prof. Dr. Gerd Antes:

Wir haben zwei Datenquellen: Das eine sind die Daten, die wir im Infektionsgeschehen erheben. Und dann brauchen wir mindestens eine Kohorten-Studie – die es in Deutschland nach anderthalb Jahren noch immer nicht gibt. Vielleicht 40.000 bis 60.000 Menschen sollten durch Untersuchungen, zum Beispiel durch regelmäßige Blutabnahmen ein Abbild unserer Gesellschaft liefern, das als Grundlage für das Pandemiemanagement dienen kann. Wir müssen von Dunkelziffern wegkommen, weil diese immer dazu führen, dass undifferenziert Maßnahmen ergriffen werden. Die Daten müssen sinnvoll so erfasst werden, dass man danach auch steuern kann. Man hätte von Anfang über die Erfassung der Berufsgruppen bei den positiven Tests ein schnelleres Verstehen der Infektionsschwerpunkte gelingen können..

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/interview-antes-li.184204

In den nachfolgenden Beiträgen unter dem Titel “Tyrannei der Unwissenden” möchte ich anhand einiger Beispiele zeigen, welche Rolle die Dunkelziffern in den Statistiken spielen können und dass diese nicht als Unsicherheitsfaktoren offen kommuniziert, sondern im Gegenteil genutzt werden, um vorgefasste Meinungen zu belegen und politische Ziele zu erreichen. Der Titel bezeiht sich natürlich auf das Statement des Radiologen und Ärzte-Funktionärs Ulrich Montgommery, der bei Anne Will von einer “Tyrannei der Ungeimpften” fabulierte. Es sind Funktionäre aus dem Wissenschafts-, Politik- und Medizinbetrieb wie er, die zwar keine Zahlen erfinden oder Pandemiedaten fälschen, die aber Dunkelziffern so verwenden, dass politische Narrative untermauert werden, wie zum Beispiel die Behauptung einer “Pandemie der Ungeimpften”. Es ist nicht immer klar, ob Unfähigkeit oder betrügerische Absicht der Grund für einen fragwürdigen Umgang mit bekannten und unbekannten Zahlen ist – im ersten, gleich folgenden Beispiel ist die Sachlage diesbezüglich aber ziemlich eindeutig.

Die Tyrannei der Unwissenden, Teil 1: Rechnen wie Söder

Die Tyrannei der Unwissenden, Teil 2: Rechnen wie die DIVI

Die Tyrannei der Unwissenden, Teil 3: Rechnen wie das RKI

Coronaimpfung – wozu?

Lieber XY,

du fragst, warum ich mich nicht endlich gegen „Corona“ impfen lasse. Aber müsste man nicht viel eher eine Handlung begründen als das Unterlassen dieser Handlung? Daher meine Gegenfrage: Warum sollte ich? Weil Merkel das so will…?

Wäre der Fußballer Joshua Kimmich ihrem Rat gleich gefolgt, dann hätte er womöglich eine Impfung mit dem Produkt von Moderna erhalten. Ein paar Tage später verlor dieses seine STIKO-Empfehlung für Kimmichs Altersgruppe wegen eines damit verbundenen erhöhten Risikos von Herzmuskelentzündungen (1). Für Kimmich war es somit nur vernünftig, mit der Impfentscheidung noch ein bisschen abzuwarten und nicht auf Merkel, ihren Pressesprecher Seibert oder auf all die anderen „Experten“ in Politik und Medien zu hören, die ihn unbedingt geimpft sehen wollen.

Von vier anfangs zugelassenen Impfstoffen kommt für Kimmich mittlerweile nur noch einer in Frage, nämlich „Comirnaty“ von Pfizer/Biontech. Wer kann sagen, dass sich nicht auch das noch ändert? Schließlich funktioniert Comirnaty nach dem gleichen Prinzip wie das „Spikevax“ genannte Produkt von Moderna.

Zudem mehren sich die Zweifel an der Wirksamkeit der Corona-Impfungen. Hier der Verlauf der Fallzahlen – geimpft wird bekanntlich seit Ende Dezember 2020:

Mit 35.000 neuen Fällen am 12.11.2021 ist dieser Wert aktuell fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Zu erwarten wäre, nachdem gut zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sind, ein um den Faktor drei verringerter Wert – sofern die Impfung effektiv vor Ansteckung schützen würde.

Sechs Mal so viele Fälle wie im Vergleich zum Vorjahr eigentlich zu erwarten wären, und das bei einer ungefähr vergleichbaren Anzahl durchgeführter Tests! In Grunde ist es egal, ob eine ansteckendere Virusvariante die Ursache für diese unerfreuliche Entwicklung ist oder der Impfstoff selber – die Impfung wirkt ganz offensichtlich nicht so wie erwartet, was das Verhindern von Infektionen angeht.

Das ist inzwischen auch dem RKI aufgefallen. Ein Schutz vor Weitergabe des Virus wird in den Wochenberichten nicht mehr propagiert und auch RKI-Chef Wieler gesteht diesbezüglich eine deutliche Verringerung der Impfwirkung ein. Minister Spahn plädiert deshalb inzwischen dafür, auch Geimpfte wieder zu testen, das sogenannte „2G plus“:

„Interessante Daten gibt es aus Großbritannien“, so schreibt dazu Sahra Wagenknecht auf welt.de (2). „Anders als in Deutschland werden dort auch die symptomlosen Infektionen von Geimpften erfasst. So fand man heraus, dass es sehr viel mehr infizierte Geimpfte als Ungeimpfte gibt, in den Altersjahrgängen 40 bis 79 sogar doppelt so viele. Das Infektionsgeschehen spielt sich also mittlerweile zu großen Teilen unter Geimpften ab. Das dürfte in Deutschland ähnlich sein.“

Eine Argumentation pro Impfung, die auf dem Schutz der anderen basiert, ist somit obsolet. Sie war möglich, als man noch den Herstellerangaben von 90 bis 95 Prozent Impfwirkung vertraut hat, aber angesichts der aktuellen Entwicklung sind sowohl diese völlig übertriebenen Werte, als auch darauf basierende Appelle an die Solidarität hinfällig.

Bleibt noch der Selbstschutz. Trotz der aktuell explodierenden Fallzahlen ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19 derzeit geringer als im Vorjahr, was für einen gewissen Schutz vor schwerer Erkrankung spricht:

Angesichts der stagnierenden und im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um erfreuliche 50 % niedrigeren Zahl von Corona-Krankenhauseinweisungen ist die aktuell von Funktionären des Gesundheitswesens verbreitete Panik wegen angeblich überlaufender Intensivstationen nicht ganz nachvollziehbar. Sie soll womöglich von Fehlentscheidungen, die zur Schließung von Krankenhäusern und zur Abwanderung von Pflegepersonal geführt haben, ablenken.

Aber sollen deswegen jetzt junge, fitte Leute wie der Fußballer Kimmich, der mit großer Sicherheit nicht auf einer der knapper werdenden Intensivstationen landen wird, das Risiko einer präventiven gentechnischen Behandlung auf sich nehmen? Wenn es nach Professor Drosten geht lautet die Antwort: Ja. Die gesamte Bevölkerung, so sagt er in seiner aktuellen Podcast-Ausgabe, müsse drei Mal durchgeimpft werden. Aber ähnliches sagte Drosten auch schon vor gut 10 Jahren bei der Schweinegrippe – und wir wissen inzwischen, dass er damit völlig daneben lag.

Es ist Kimmichs gutes Recht, mit der Impfung zu warten und sich die weitere Entwicklung erst mal anzuschauen. Und das gleiche Recht nehme ich auch für mich in Anspruch.

Sich nicht impfen zu lassen bedeutet ja nicht unvorsichtig zu sein. Die Anzahl meiner Kontakte ist überschaubar, im Wesentlichen beschränken sie sich auf die Arbeit. Einen Mitarbeiter, der schniefend zur Arbeit erscheint, frage ich nach dem Ergebnis seines Schnelltests und auch wenn dieses negativ ist halte ich dennoch Abstand zu ihm. Dank großzügiger Räumlichkeiten ist das bei uns problemlos möglich, ich bin da durchaus privilegiert. Müssten Merkel, Spahn und ihre Experten nicht auch solche Faktoren berücksichtigen, anstatt einfach auf die Impfung aller zu pochen?

Sie berücksichtigen das nicht, stattdessen verbreiten sie Fake News von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Das ist nicht nur faktisch falsch, sondern auch gefährlich, denn es nimmt diejenigen, die tatsächlich durch die Virusinfektion gefährdet sind und davor geschützt werden müssen, aus dem Fokus. Statt einer „Pandemie der Ungeimpften“ haben wir weiterhin eine „Pandemie des Alters“ (3) – sofern man bei einer kaum bis gar nicht vorhandenen Übersterblichkeit überhaupt von einer Pandemie sprechen kann.

Zur angeblichen „Pandemie der Ungeimpften“ schreibt Sahra Wagenknecht (2):

„Würde die Impfung sicher vor schweren Verläufen schützen und würden tatsächlich nur noch Ungeimpfte im Krankenhaus oder auf einer Intensivstation landen, wäre die Situation wohl auch bei hohen Inzidenzen beherrschbar. Mittlerweile sind einschließlich der nicht-gemeldeten Impfungen nach RKI-Schätzung 85 Prozent der Erwachsenen geimpft, bei den über 60-Jährigen 90 Prozent. Hinzu kommen diejenigen, die durch eine Infektion immunisiert wurden oder eine sogenannte Kreuzimmunität haben.

Unser Gesundheitssystem hat im letzten Jahr eine Pandemie von 80 Millionen Ungeimpften bewältigt, und selbst da waren im Jahresdurchschnitt nur 4 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Eine Pandemie, die nur noch 5 bis 10 Prozent der vormals Gefährdeten betrifft, sollte daher eigentlich nicht zu einer Überlastung führen. Tatsächlich liegen die Krankenhauseinweisungen trotz Rekordinzidenz aktuell noch bei weniger als einem Drittel der Spitzenwerte, die wir aus der zweiten und dritten Welle kennen.

Dass dennoch schon wieder laut gewarnt wird und wir in einigen Regionen Engpässe haben, hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen lässt die Schutzwirkung der Impfung offenbar von Monat zu Monat nach. Damit erkranken auch wieder mehr ältere Geimpfte schwer. Zum anderen, und das ist der wichtigere Grund, hat sich der Pflegenotstand weiter verschärft. Es gibt in Deutschland heute noch weniger Krankenhäuser, noch weniger Vollzeit-Pflegekräfte und tausende Intensivbetten weniger als vor einem Jahr.

Dagegen nichts unternommen zu haben, ist das wahrscheinlich größte der vielen Versäumnisse, deren sich die Politik in der Corona-Zeit schuldig gemacht hat. Nach einer Untersuchung von Verdi waren schon vor Corona 300.000 Pflegekräfte wegen mieser Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung aus ihrem Beruf geflohen. Inzwischen dürfte die Zahl um einiges höher liegen.

Gut die Hälfte kann sich allerdings vorstellen, unter verbesserten Rahmenbedingungen zurückzukehren. Mit einer Einstiegsprämie von 20.000 Euro und einem besseren Gehalt für alle hätte sich hier manches verändern lassen. Dass die gleichen Politiker, die in dieser entscheidenden Frage untätig geblieben sind, jetzt den Ungeimpften die Verantwortung für ausgebrannte Pfleger und überlastete Intensivstationen zuschieben, ist an Heuchelei nicht zu überbieten.

Die meisten Ungeimpften sind laut einer Umfrage keine prinzipiellen Impfgegner. Viele treibt angesichts der völlig neuartigen genbasierten Impfstoffe vielmehr genau die Sorge um, die das RKI in seinem „Impfbuch für alle“ beschreibt: „Natürlich kann man bei einer Impfung, die erst seit ein paar Monaten verabreicht wird, noch nicht wissen, ob und welche Spätfolgen nach ein paar Jahren auftauchen“.“

Dem ist von mir nicht viel hinzuzufügen, hier noch zwei weiterführende Links: Der österreichische Gemeinwohl-Ökonom und Autor Christian Felber hat seine Entscheidung gegen die Impfung in einem lesenswerten und für mich sehr gut nachvollziehbaren Statement ausführlich begründet: https://www.nachdenkseiten.de/?p=77850 Und gerade gefunden, ebenfalls lesenswert: https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/schluss-mit-der-impfdebatte-zurueck-zur-vernunft-li.193768

Also zurück zur Ausgangsfrage: Warum impfen? Epidemiologische Gründe entfallen, nachdem klar ist, dass die Impfung die Verbreitung des Virus nicht verhindert. Meine persönliche Risikoabschätzung fällt ähnlich wie die von Kimmich immer noch negativ aus zuungunsten der Impfung.

Bleiben noch politischer und gesellschaftlicher Druck oder schlicht die Bequemlichkeit. Nichts davon darf aus meiner Sicht aber die Grundlage sein für eine Entscheidung in medizinischen Fragen.

An im Winter geschlossene Restaurants, Sportstätten und Musikclubs habe ich mich längst gewöhnt und die Freude am Radeln kann mir auch ungeimpft keiner nehmen. Was ich aber ein wenig fürchte sind italienische Verhältnisse – ein faktisches Berufsverbot für Ungeimpfte, wie es Mario Draghi dort inzwischen allgemein – und nicht mehr nur in Pflegeberufen – durchgesetzt hat (4). Allerdings ist es doch so: je mehr sich dem verweigern, desto schwieriger ist es, solche autoritären Tendenzen zu etablieren. Daher werde ich versuchen, dem Druck möglichst lange zu widerstehen und hoffe, andere tun das auch.

Liebe Grüße, Maze


(1) https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-11-10.html

(2) https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus235004752/Sahra-Wagenknecht-Wir-haben-keine-Pandemie-der-Ungeimpften.html?icid=search.product.onsitesearch

(3) https://www.nachdenkseiten.de/?p=77796

(4) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/italien-green-pass-103.html

Mehr Solidarität mit den Geimpften!

Ende Dezember vergangenen Jahres wurde in Deutschland die Corona-Impfkampange gestartet. Viel wurde den Impfwilligen damals verprochen: Eine Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffs von 95 Prozent und damit sicherer Schutz vor Infektion, Krankheit und Tod. Herdenimmunität sollte erreicht sein, wenn sich etwa 66 Prozent der Bevölkerung impfen lassen würden – und damit wäre die Pandemie beendet.

https://zdfheute-stories-scroll.zdf.de/corona-impfung-herdenimmunitaet/index.html

Oder sogar schon früher: „Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren“, so versprach das Kanzleramt im März 2021. Und freiwillig sollte die Impfung sein, eine Impfpflicht wurde strikt ausgeschlossen. Als „Unfug“ bezeichnete der sächsische Ministerpräsident Kretschmer das „Gerede“ von einem Impfzwang und vom Verlust der Grundrecht für Ungeimpfte; er nannte dergleichen eine „absurde und böswillige Behauptung“.

Heute ist das alles anders. Zwar wurde jedem ein Impfangebot gemacht und 67,1 Prozent der Bevölkerung sind Stand heute, 7. November 2021, geimpft. (1)

Doch offenbar wirkt die Impfung nicht wie erwartet. 85 Prozent Geimpfte müssen es jetzt sein, sagt RKI-Chef Wieler. Die haben wir zwar bereits erreicht bei den Älteren, aber Wieler zufolge genügt das noch nicht: Über 90 Prozent lautet das neue Ziel bei den über Achtzigjährigen. Nicht zum erstem Mal wurden in der Pandemie die Torpfosten verschoben.

Unterdessen erreichen die Fallzahlen nie dagewesene Rekordwerte. Einer von vier vollständig Geimpften ist nach Angaben des RKI potentiell infektiös und diese Zahlen sind wohl eher konservativ gerechnet, die Tendenz ist steigend. Einer Studie aus Schweden zufolge ist 180 Tage nach der Impfung fast kein Schutz mehr übrig:

Überhaupt, Schweden! Ganz ohne Lockdown und Maskenpflicht stehen die Wikinger inzwischen viel besser da als wir, was die Kennwerte der Pandemie angeht. Ähnliches gilt für Dänemark, wo wie beim nördlichen Nachbarn mittlerweile keine Einschränkungen mehr gelten (2):

Zu allem Überfluss wurde kürzlich bekannt, dass es bei den Tests für die Zulassung unseres sehr guten BioNTech-Impfstoffs nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sein soll:

Kernaussage ist, dass es bei der Zulassungsstudie für den Covid-19-Impfstoff Comirnaty von Biontech und Pfizer in zumindest einem Studienzentrum in den USA Unregelmäßigkeiten gegeben hat. 

Diese Vorwürfe erhebt Brook Jackson gegen ihren Arbeitgeber:

  • Probanden sollen nach der Injektion auf den Flur gesetzt worden sein. Sie seien nicht von medizinischem Personal überwacht worden.
  • Mehrere Teilnehmer hatten zwar über Nebenwirkungen nach der Impfung berichtet. Sie seien aber nicht zeitnah kontaktiert worden.
  • Über Abweichungen vom Studienprotokoll wurde nicht berichtet. 
  • Der Impfstoff wurde laut Jackson nicht bei der eigentlich vorgeschriebenen Temperatur gelagert.
  • Mehrere Laborproben sollen falsch etikettiert worden sein.
  • Firmenmitarbeiter, die diese Missstände angesprochen haben, wurden laut Brook Jackson angefeindet.” (3)

Besonders schwerwiegend ist der Vorwurf, dass die vergleichende Studie nicht komplett „blind“ verlief, dass also für das durchführende Personal ersichtlich war, welche Patienten geimpft waren und welche nicht. Wäre der Impfstoff ein VW-Diesel, dann hätten wir wegen dieses Berichts und angesichts der schnell schwindenden Impfwirkung einen handfesten Skandal. Aber in der Pandeme ist alles anders und daher heißt es von Expertenseite weiterhin, frei nach Norbert Blüm: „Die Impfung ist sischä!“

Da kann einen als Geimpfter in Deutschland schon mal der Frust überkommen. „Impfdurchbrüche“ sind in aller Munde – und nicht nur das, sie liegen auch in den Hospitälern. Dem aktuellen Wochenbericht des RKI ist zu entnehmen, dass in der Altersgruppe der über Sechzigjährigen bei einer Impfquote von 84,9 % der Anteil der Impfdurchbrüche unter den symptomatischen Covid-19-Fällen aktuell 60,5 % beträgt. Bei den Hospitalisierten sind das 44,9 %, auf Intensivstationen 34,5 % und unter den Verstorbenen 43,0 %. (5) Bange kann einem da schon werden, insbesondere weil auch Intensivmediziner wieder vor der Überlastung ihrer Stationen warnen. Das Booster-Abo gab’s zur Bratwurst bei der Impfung dazu, es stand aber nicht im Kleingedruckten.

Und das alles, nachdem man mit der Impfung ein nach Expertenmeinung zwar verschwindend geringes, aber doch nicht ganz zu vernachlässigendes Risiko eingegangen ist. Vielen ging es spätestens nach der zweiten Spritze gar nicht gut, und ab und zu liest man in den sozialen Netzwerken sogar von „plötzlich und unerwartet“ in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung Verstorbenen. Auch das für die Impffolgen-Überwachung zuständige Paul-Ehrlich-Institut kennt solche Fälle, aber sie haben zum Glück fast nie etwas mit der Impfung zu tun.

Umgerechnet auf die Zahl der Geimpften erhielt das Paul-Ehrlich-Institut in Zusammenhang mit den sogenannten Corona-Impfungen rund 54 mal mehr Todesfallmeldungen als in den 21 Jahren davor zu allen anderen Impfstoffen insgesamt. (4)

Okay, “fast nie” ist relativ. Sinusthrombosen, Myokarditis, Arrhytmie – man lernt als Geimpfter ganz neue Dinge kennen, die man niemals selber haben will. Fehlt nur noch, dass sich die Experten auch bezüglich der von ihnen bislang kategorisch ausgeschlossenen Langzeitnebenwirkungen irren.

Und was macht die Politik, nachdem sie nicht verhindert hat, dass dringend benötigte, aber chronisch überlastete und dabei unterbezahlte Pflegekräfte ihren Job aufgeben? Nachdem sie durch falsche finanzielle Anreize seit der zweiten Welle sogar dafür gesorgt hat, dass Intensivkapazitäten abgebaut wurden? Und nachdem im Pandemiejahr 2020 deutschlandweit etwa 20 Kliniken geschlossen wurden?

Was ist der Lohn für die Geimpften nach all den Risiken, Nebenwirkungen und für ihre so vorbildlich praktizierte Solidarität? Man isoliert sie mit 2G. Sie dürfen zwar rein in die Kneipe und den Club, aber sie müssen dort leider unter sich bleiben…

Corina meint, ich solle mal ein bisschen Empathie zeigen und solidarisch sein mit den Geimpften. Mit Vergnügen: Sie können meine Booster-Impfung gerne haben, so wie bereits die beiden anderen Gentechnik-Injektionen davor. Ärmel hoch die Herren Spahn, Lauterbach und Söder!


Nachtrag 8.11.2021, um Missverständnisse zu vermeiden: Absicht dieses kleinen Textes ist es nicht, Geimpfte zu verhöhnen. Wohl aber diejenigen, von denen die Impfung auch jenseits der Risikogruppen als alternativlos verkauft wird, ungeachtet der Widersprüche, die sich bei genauer Betrachtung der Daten zwangsläufig ergeben. Die Impfung funktioniert nicht wie erwartet, also brauchen wir noch mehr davon? Das ergibt keinen Sinn. In meinem Job könnte ich mir eine solche Vorgehensweise nicht erlauben. Was lief schief bei Leuten, die in solch einer Situation einer Impfpflicht das Wort reden, wie gestern Abend bei Anne Will die Herren Söder und Montgomery?


(1) Impfdashboard, abgerufen am 7.11.2021

(2) Our World in Data, abgerufen am 7.11.2021

(3) Berliner Zeitung https://www.berliner-zeitung.de/news/biontech-pfizer-bericht-ueber-schlampereien-bei-zulassungsstudie-fuer-impfstoff-li.192834

(4) Multipolar https://multipolar-magazin.de/artikel/sicherheitsbericht-todesfallmeldungen-impfungen

(5) Wochenbericht des RKI vom 4.11. 2021 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-11-04.pdf?__blob=publicationFile